Sandansammlungen und Sandkolik bei Pferden

Pferde, die im Herbst und Winter auf abgefressenen oder matschigen Weiden stehen, nehmen oft unbemerkt Sand auf. Meist handelt es sich um kleine Mengen, die über Gras oder Raufutter aufgenommen werden. Das wirkt harmlos, doch wenn sich der Sand im Darm ansammelt, kann dies zu Durchfall, Gewichtsverlust oder sogar Koliken führen. Sandkolik gehört in diesen Jahreszeiten zu den häufigsten Verdauungsproblemen bei Pferden – und sie lässt sich zum großen Teil durch gutes Management und die richtige Fütterung verhindern.

Wie gelangt Sand in das Pferd?

Die meisten Pferde fressen keinen Sand bewusst. Er gelangt vor allem über Gras oder Heu in den Verdauungstrakt. Wenn eine Weide abgefressen ist, reißen Pferde die Wurzeln heraus, an denen Sand haftet. Auch beim Füttern auf einem Sandpaddock oder staubigen Untergrund ist die Aufnahme unvermeidlich. In Silage oder Heulage bleibt Sand ebenfalls leicht am feuchten Futter kleben, wodurch die Menge weiter steigt. Kleine Mengen werden meist problemlos ausgeschieden, doch wenn die Aufnahme zunimmt, kann sich der Sand im Blind- und Dickdarm ansammeln. Dort kann er die Darmwand reizen und die normale Darmbewegung verlangsamen.

Warum Ballaststoffe so wichtig sind

Eine gesunde Darmfunktion beginnt mit ausreichend Ballaststoffen. Faserreiches Raufutter hält den Darm in Bewegung, unterstützt die Darmflora und hilft, Sand über den Kot auszuscheiden. Blind- und Dickdarm des Pferdes sind darauf ausgelegt, faserreiche Pflanzenreste zu verdauen. Ist der Darm gut mit Raufutter gefüllt, wird der Darminhalt ständig vermischt und weitertransportiert. So bleibt Sand nicht liegen, sondern wird mit dem Kot ausgeschieden.

Ballaststoffe fördern zudem eine gesunde Darmflora – die Milliarden Bakterien, die für die Fermentation und Nährstoffaufnahme verantwortlich sind. Bekommt ein Pferd zu wenig Fasern oder steht zu lange ohne Raufutter, gerät dieses System aus dem Gleichgewicht. Die Darmbewegung verlangsamt sich, der Sand sinkt nach unten und kann sich ansammeln. So steigt das Risiko für Sandkolik.

Anzeichen für Sand im Darm

Die Symptome einer Sandansammlung können unauffällig sein. Einige Pferde haben wiederkehrenden Durchfall oder Kotwasser, andere zeigen leichte Kolikzeichen, verlieren an Gewicht oder leisten weniger. Die Schwere der Anzeichen hängt von der Sandmenge, der Dauer der Aufnahme und der allgemeinen Gesundheit des Pferdes ab. Der sogenannte „Handschuhtest“ – Kot mit Wasser mischen und das Sediment beurteilen – kann Hinweise geben, schließt ein Problem aber nie sicher aus. Bei Verdacht sollte daher vor allem bei anhaltender Kolik oder Gewichtsverlust ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Sandaufnahme reduzieren

Ein völlig sandfreies Leben ist unmöglich, doch das Risiko lässt sich durch kluge Fütterung und Haltung stark reduzieren. Füttere niemals Heu direkt vom Boden auf sandigem Untergrund. Verwende eine Raufe, eine große Kiste oder lege Gummimatten unter die Futterstelle. Kontrolliere regelmäßig, ob sich Futterreste mit Sand angesammelt haben.

Auch die Grashöhe spielt eine Rolle. Sobald das Gras kürzer als fünf Zentimeter ist, steigt die Sandaufnahme deutlich. Gib in dieser Zeit ausreichend Heu zu oder nimm das Pferd vorübergehend von der Weide, damit der Grasbewuchs sich erholen kann.

Die Qualität des Raufutters ist ebenfalls entscheidend. Gutes Heu ist sauber, trocken und frei von Schimmel oder Staub. An feuchtem Heulagefutter haftet Sand leichter, wodurch das Risiko steigt. Verwende deshalb lieber Heu als Grundfutter und füttere Heulage nur, wenn die Qualität zweifelsfrei gut ist.

Psyllium und andere unterstützende Mittel

Es gibt Ergänzungsfuttermittel, die helfen können, Sand aus dem Darm auszuschwemmen. Flohsamen, auch Psyllium genannt, ist das bekannteste Beispiel. Diese Faserquelle quillt in Verbindung mit Wasser stark auf und kann so die Darmbewegung fördern, wodurch nicht festsitzender Sand leichter ausgeschieden wird.

Psyllium wird häufig vorbeugend in kurzen Kuren von wenigen Tagen verabreicht. Wichtig ist die richtige Dosierung entsprechend dem Körpergewicht und die Tatsache, dass es nicht dauerhaft gefüttert werden sollte – langfristige Anwendung kann die Darmflora beeinträchtigen.

Dennoch bleibt Psyllium eine Ergänzung und kein Ersatz für Raufutter. Studien zeigen, dass ausreichend Heu beim Ausscheiden von Sand wirksamer ist als jede Faserkur. Heu ist und bleibt das beste natürliche „Reinigungsmittel“.

puur psyllium 350 gram

Puur Psyllium Pferd25,50

In meinen Warenkorb
In meinen Warenkorb
Naf sand gard pferd

NAF Sand Gard53,75

In meinen Warenkorb
In meinen Warenkorb

 

Unterstützung der Darmflora

Bei Pferden, die zu Verdauungsproblemen neigen, kann eine zusätzliche Unterstützung der Darmflora sinnvoll sein. Ergänzungen mit Prä- und Probiotika helfen, das Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen, besonders nach Durchfall, Stress oder Futterwechseln. Auch Rübenschnitzel, Luzerne oder faserreiche Mashs können die Darmgesundheit stärken und für regelmäßigen Kotabsatz sorgen.

Schön geformter, glatter und glänzender Kot ist ein Zeichen für eine gut funktionierende Verdauung. Unregelmäßiger, wässriger oder sehr trockener Kot kann darauf hindeuten, dass die Darmflora Unterstützung benötigt. Ein gesunder Darm reduziert wiederum das Risiko von Sandansammlungen.

Wann sollte der Tierarzt kommen?

Bei leichten Anzeichen wie etwas Kotwasser oder Blähungen kannst du zunächst selbst das Futter anpassen: mehr Heu, kein Füttern auf Sand und gegebenenfalls eine kurze Psylliumkur. Zeigt dein Pferd jedoch wiederkehrende Kolikzeichen, wirkt es schlapp oder frisst schlecht, ist schnelles Handeln notwendig. Ein Tierarzt kann über eine Kotuntersuchung oder Röntgenaufnahme feststellen, wie viel Sand sich im Darm befindet, und die passende Behandlung einleiten.

Nach der Genesung ist es wichtig, eine erneute Sandansammlung zu vermeiden – durch konsequente Kontrolle der Fütterung, des Raufutters und der Haltung.

Zusammenfassung

Sandkolik lässt sich größtenteils verhindern, wenn Pferde ausreichend sauberes, faserreiches Raufutter erhalten und klug gefüttert werden. Psyllium und andere faserreiche Ergänzungen können beim Ausscheiden von Sand helfen, sind jedoch kein Wundermittel. Die Grundlage bildet immer eine gesunde Darmfunktion, ein ausgewogenes Futtermanagement und die regelmäßige Kontrolle des Kots.

So bleibt die Verdauung deines Pferdes gesund – auch in nassen, matschigen Monaten.

Weitere artikel

Atemwegsprobleme Pferd

Gesunde Verdauung bei Pferden

Sehnenentzündung Pferd

Bei Fragen können Sie uns werktags telefonisch erreichen oder über [email protected]

Teilen
Haben Sie Fragen?

Stellen Sie Ihre Frage an einen unserer Tierärzte oder Paraveterinäre.

Warum DrPetcare.de?

Kundenbewertung: 8/10 von Bewertungen

35 Jahre veterinäre Erfahrung

Zuverlässige und sichere Zahlungsmethoden

Täglicher Versand (Mo - Fr)

Gratis Versand ab €89,95

Benötigen Sie den Rat unseres Tierarztes?

Bei Fragen können Sie uns eine E-Mail senden. Über diesen Weg erhalten Sie direkte Ratschläge von unsere Tierärzte oder Paraveterinäre. Wir teilen unser Wissen und unsere Erfahrung liebend gerne.