Darf mein Haustier Paracetamol bekommen?
Wenn dein Hund oder deine Katze Schmerzen hat, ist es natürlich immer am besten, einen Tierarzt aufzusuchen. Behandle dein Tier niemals auf eigene Faust und gib deinem Liebling auf keinen Fall Medikamente, die für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind. Besteht ein Risiko, wenn dein Hund oder deine Katze versehentlich Paracetamol gefressen hat? Muss man dann zum Tierarzt? Und welche anderen Medikamente sind für Haustiere noch gefährlich?
Die Gefahren von Paracetamol
Da Paracetamol für Menschen relativ harmlos ist und rezeptfrei erhältlich ist, wird oft angenommen, dass die Gabe bei Tieren ebenfalls unbedenklich sei. Das ist jedoch ein gefährlicher Irrtum. Es ist absolut nicht ratsam, Hunden oder Katzen Paracetamol zu verabreichen.
Für einen Hund kann bereits eine Tablette mit 500 mg Paracetamol giftig sein – für kleine Hunde sogar schon eine halbe Tablette. In Ausnahmefällen kann Paracetamol zwar vom Tierarzt verschrieben werden, jedoch darf es niemals ohne tierärztliche Anweisung gegeben werden. Katzen sind deutlich empfindlicher gegenüber Paracetamol: Für sie kann die Gabe sogar tödlich sein. Katzen verfügen nicht über das Enzym, das Paracetamol abbaut, wodurch es sehr schnell zu einer Überdosierung kommt. Bereits die Aufnahme einer einzigen Paracetamoltablette (500 mg) ist für eine Katze tödlich.
Woran erkennt man eine Paracetamolvergiftung?
- Dein Haustier erbricht sich und/oder hat starken Speichelfluss
- Dein Haustier hat Atemnot
- Das Verhalten deines Haustiers verändert sich (apathisch, schwach)
- Dein Haustier frisst wenig oder gar nicht
- Dein Haustier atmet schneller und hat eine erhöhte Herzfrequenz
- Leberversagen (nach 2–7 Tagen)
Auch wenn du nur vermutest, dass dein Haustier Paracetamol aufgenommen hat, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen!
Was tun, wenn dein Liebling Paracetamol gefressen hat?
Wenn dein treuer Vierbeiner versehentlich Paracetamol aufgenommen hat und die Menge mehr als 150 mg pro Kilogramm Körpergewicht beträgt, kontaktiere umgehend einen Tierarzt. Der Tierarzt kann gegebenenfalls Erbrechen auslösen. Dies ist jedoch nur sinnvoll, wenn es innerhalb von zwei Stunden nach der Aufnahme erfolgt – schnelles Handeln ist daher entscheidend. Manchmal wird auch Aktivkohle empfohlen, da sie den Giftstoff bindet und die Aufnahme ins Blut verhindert.
Was tun, wenn mein Haustier Schmerzen hat?
Wenn dein Haustier Schmerzen hat, solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen. Der Tierarzt untersucht dein Tier und hilft dabei, die Ursache der Beschwerden zu behandeln. Schmerzen lassen sich (zu einem großen Teil) vorbeugen durch:
- die richtige Ernährung
- regelmäßiges Entwurmen und Impfen
- ausreichend Bewegung
- genügend Aufmerksamkeit (Spielen, gemeinsame Aktivitäten)
- einen angenehmen Ruheplatz, an den sich das Tier zurückziehen kann
- Liebe und Zuwendung
- Regelmäßigkeit – insbesondere Hunde mögen feste Tagesabläufe
Die Gefahren von Ibuprofen
Auch andere Medikamente für Menschen können für Haustiere gefährlich sein. Gib Hunden und Katzen daher niemals Ibuprofen. Dieses ist ebenso giftig wie Paracetamol. Ibuprofen kann Nierenschäden und/oder Probleme der Atemwege verursachen. Wenn du deinem Tier wegen Schmerzen ein Schmerzmittel geben möchtest, konsultiere immer zuerst einen Tierarzt, damit auch die Ursache der Schmerzen behandelt werden kann.
Abschließend
Wenn dein Hund oder deine Katze Paracetamol aufgenommen hat oder du dies vermutest, nimm immer sofort Kontakt mit deinem Tierarzt auf. Nur durch rechtzeitiges Handeln kann eine Vergiftung verhindert werden. Achte außerdem darauf, Schmerzmittel niemals offen herumliegen zu lassen, sondern sie stets sicher aufzubewahren.
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